Festival

10.08.2023

11:00

Gute Zeiten für Jazz Enthusiast*innen

Vor ziemlich genau 105 Jahren wurde die erste kommerzielle Jazz-Schallplatte veröffentlicht. Das Victor Label verkündete die „Original Dixieland Jass Band“ mit dem Titel „Livery Stable Blues“. Seitdem hat sich der Jazz zu einer vielgestaltigen Kunstform entwickelt. Seit einigen Jahren beobachtet man einen neuen Hype um die Musik – neue Festivals, neue Künstler*innen, neue Spielarten des Jazz, die immer stärker auch andere Stile miteinbezieht, wie Soul und Pop: ein Crossover, wenn man so sagen will. Jazz ist also ein Gemisch aus Stilen und Geschichten, die nicht länger getrennt voneinander betrachtet werden können und so die Vielfalt musikalischer Erfahrungen und Einflüsse abbilden. Jedes Jahr im August wird Jazzmusik in all ihren Facetten ein Teil der Stadt St. Pölten. Auf der Festivalbühne im Innenhof des Stadtmuseum St. Pölten verschmilzt packende Musik zu einem einzigartigen Festivalerlebnis. Drei Abende, sechs Open-Air-Konzerte und tausendfach hochgefahrene Energie heizen ein, und die good vibes sprengen alle Grenzen: geografisch wie stilistisch. Die brandneuen Instrumentalkompositionen der charismatischen und vokal nuancenreichen Violaspielerin, Sängerin und Soundkünstlerin Jelena Popržan sind Stücke voll imaginativer Klangbilder.

Gina Schwarz zeigt mit ihrem Programm Way to Blue einmal mehr ihr ausgeprägtes Gefühl für packende Stimmung, für einen Jazz-Ton, der seine ganz eigene faszinierende Geschichte erzählt. Yaron Herman bewegt sich mit seinem Piano Solo-Programm jenseits der Trennlinien zwischen Jazz und Klassik, Pop und israelischer Folklore: ein vollständig improvisiertes Gesamtwerk. Michel Godard katapultiert seine Zuhörer*innen in bisher ungeahnte Klangwelten, wenn er auf seiner Tuba verblüffende Melodien und krasse Geräusche fabriziert und dabei groovt, wie kein anderer. Inspiriert von der Schönheit und Weite des Universums, startet das Quartett Alpha Trianguli seine Reise in die Unendlichkeit der Klangwelten. Dabei bewegen sich die vier Musiker zwischen erdigen, kantigen Tönen um energetisch-brodelnde Grooves und schwebenden, ruhigen Sound-Malereien, die vom Blick in den sternenklaren Nachthimmel erzählen. Kaum eine andere Band hat die mitteleuropäische Jazzszene in den letzten Jahren derart auf den Kopf gestellt wie Shake Stew. „Heat“ ist eine Mischung aus hypnotischen Afrobeats und ekstatischen Sound-Eruptionen. Oder frei nach Nietzsche: „Das ist keine Musik, sondern Dynamit!“